Erfahrungsberichte
„Man ist von Beginn an wirklich mittendrin“ – Josef Matoussi über seine ersten zwei Jahre im Banking & Finance Team
Josef Matoussi ist im Juni 2024 im Frankfurter Banking & Finance Team von Weil gestartet. Im Gespräch erzählt er, wie er seinen Einstieg erlebt hat, warum ihm das Deal Management besonders viel Spaß macht und weshalb zum Arbeitsalltag neben Kreditverträgen und internationalen Calls manchmal auch ein Termin beim ägyptischen Generalkonsulat gehört.
Josef, du bist jetzt seit gut zwei Jahren bei Weil. Wie war dein Einstieg?
Ehrlich gesagt: ziemlich intensiv – aber im positiven Sinne. Ich war von Anfang an in laufende Deals eingebunden, und zwar direkt auf beiden Seiten: mal auf Kreditgeberseite, mal auf Sponsorenseite.
Es gab also keine lange Phase, in der ich nur zugeschaut und mich eingelesen habe. Natürlich musste ich am Anfang sehr viel lernen. Viele Abläufe und Zusammenhänge waren neu für mich. Gleichzeitig war ich aber sofort mittendrin: an den Dokumenten, in den Abstimmungen und bei den offenen Punkten, die einen Deal voranbringen. Das war anspruchsvoll, hat mich aber auch sehr motiviert.
Was ist dir aus deiner Anfangszeit besonders in Erinnerung geblieben?
Vor allem, wie schnell ich unterschiedliche Perspektiven kennengelernt habe. Schon am Anfang war ich parallel in Transaktionen auf Kreditgeber- und auf Sponsor-Seite eingebunden.
Dabei merkt man schnell, dass beide Seiten zum Teil auf dieselben Regelungen schauen, aber ganz unterschiedliche Interessen haben. Irgendwann bearbeitet man nicht mehr nur einzelne Kommentare, sondern versteht zunehmend, warum ein Punkt für die jeweilige Seite wichtig ist und wie er in das Gesamtbild der Finanzierung passt. Da habe ich zum ersten Mal wirklich verstanden, wie die einzelnen Punkte zusammenhängen.
Was macht dir an der Arbeit im Banking & Finance Team am meisten Spaß?
Ganz klar: das Deal Management. Man könnte zunächst denken, eine Finanzierung bestehe aus einem Vertrag und einigen rechtlichen Fragen. Tatsächlich laufen aber ständig mehrere Dinge parallel: Entwürfe erstellen, Mark-ups prüfen, offene Punkte im Blick behalten, Calls vorbereiten und die verschiedenen Beteiligten koordinieren.
Mandanten, Gegenseite, Banken, Sponsoren, lokale Counsel und manchmal auch Notare – je nach Mandat sitzen viele Parteien mit am Tisch. Genau das gefällt mir: den Überblick zu behalten, Themen zusammenzuführen und dafür zu sorgen, dass der Deal vorankommt. Man sieht dabei sehr konkret, welchen eigenen Beitrag man leistet.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
Den typischen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht – und genau das macht die Arbeit spannend. An manchen Tagen entwerfe oder kommentiere ich Kreditverträge oder Gesellschafterbeschlüsse, an anderen prüfe ich umfangreiche Mark-ups oder stimme mich in Calls mit Kolleginnen und Kollegen in London oder New York ab.
Dann steht wieder ein Notartermin an oder es müssen ganz praktische Dinge für eine Transaktion organisiert werden. So kam es auch schon vor, dass ich einen Termin beim ägyptischen Generalkonsulat hatte. Man merkt dabei schnell, dass zu einem Deal weit mehr gehört als reine Vertragsarbeit am Schreibtisch.
Das Banking & Finance Team deckt fachlich eine große Bandbreite ab. Wie hast du das erlebt?
Das war für mich von Anfang an sehr spannend. Wir begleiten Finanzierungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln, klassisch auf Lender- oder Sponsor-Seite, aber beispielsweise auch Factoring-Strukturen und andere Finanzierungsformen.
Dadurch lernt man nicht nur rechtlich viel dazu, sondern entwickelt auch ein immer besseres Verständnis dafür, wie Finanzierungen wirtschaftlich funktionieren. Man versteht mit der Zeit besser, welche Punkte für die jeweiligen Parteien besonders wichtig sind und warum bestimmte Themen in den Verhandlungen eine so große Rolle spielen.
Was schätzt du nach zwei Jahren rückblickend am meisten an Weil?
Vor allem das Miteinander. Unser Finance-Team ist vergleichsweise klein, sodass ich schnell Teil eines eingespielten Teams war und von Anfang an eng mit allen zusammengearbeitet habe. Man bekommt mit, woran die anderen gerade arbeiten, stimmt sich unkompliziert ab und unterstützt sich gegenseitig, wenn auf einem Deal viel los ist.
Auch über das eigene Team hinaus habe ich das Gefühl, mit den Kolleginnen und Kollegen im Büro auf einer Wellenlänge zu sein. Man kennt sich, tauscht sich auch außerhalb der konkreten Mandatsarbeit aus und arbeitet gerne zusammen. Dadurch habe ich mich von Anfang an nicht nur fachlich eingebunden, sondern auch persönlich sehr wohlgefühlt.
Hast du ein Beispiel dafür, wie sich diese Unterstützung im Alltag zeigt?
Die erfahreneren Kolleginnen und Kollegen können sehr gut einschätzen, an welchen Stellen man bereits selbstständig arbeiten kann und wo noch etwas mehr Unterstützung sinnvoll ist. Vor einem neuen oder anspruchsvolleren Call wird man zum Beispiel ausführlicher gebrieft, geht die wichtigsten Punkte gemeinsam durch oder bekommt bei einem Entwurf zunächst engeres Feedback.
Sobald man in einem Bereich sicherer wird, erhält man automatisch mehr Freiraum. Die Unterstützung passt sich also der eigenen Entwicklung an – man wird gefordert, aber nicht überfordert.
Es gibt sicher auch stressige Phasen. Wie geht ihr im Team damit um?
Klar, die gibt es auf jeden Fall. Deals haben ihre eigene Dynamik. Deadlines verschieben sich, kurzfristig kommt noch ein neues Thema hinzu, und manchmal muss es einfach schnell gehen.
Gerade in diesen Phasen merkt man aber, wie gut das Team zusammenarbeitet. Man hält sich gegenseitig auf dem Laufenden, verteilt die anstehenden Aufgaben und unterstützt sich, wenn es an einer Stelle besonders viel wird.
Wann merkt man den Teamgeist besonders?
Vor allem kurz vor einem Signing oder Closing. In dieser Phase laufen häufig viele Dinge gleichzeitig: Dokumente werden finalisiert, Unterschriften müssen koordiniert und letzte offene Punkte geklärt werden.
Dann arbeitet jeder an seinem Teil, gleichzeitig muss aber das gesamte Team den Überblick behalten. Wenn irgendwo etwas hängt, springt jemand ein oder übernimmt kurzfristig eine Aufgabe. Sobald der Deal abgeschlossen ist, fällt die Anspannung ab, und man freut sich gemeinsam darüber, dass alles funktioniert hat. Gerade diese Momente zeigen für mich, wie wichtig ein eingespieltes Team ist.
Zum Schluss: Was würdest du jemandem sagen, der überlegt, sich bei euch zu bewerben?
Wenn du Lust hast, nicht nur rechtlich zu arbeiten, sondern Deals wirklich mitzugestalten und zu organisieren, dann bist du im Banking & Finance Team bei uns genau richtig. Man wird fachlich gefordert, übernimmt früh Verantwortung und arbeitet gleichzeitig in einem Team, in dem man jederzeit Unterstützung bekommt.

Mein Weg zu WEIL begann bereits mit dem Bewerbungsgespräch für die Anwaltsstation. Obwohl ich damals noch unsicher war, ob Corporate-M&A oder Litigation besser zu mir passen würde, durfte ich direkt mit beiden Teams sprechen – ein erster Hinweis darauf, wie offen und unterstützend die Atmosphäre hier ist. Schon in diesem Gespräch habe ich mich ausgesprochen wohlgefühlt, und kurz darauf erhielt ich die Zusage für den Start meiner Anwaltsstation im Oktober 2024 im Münchener Corporate-M&A-Team.
Von meinem ersten Tag an wurde ich herzlich aufgenommen. Beim Team Lunch lernte ich die Kolleginnen und Kollegen kennen, die sich von Beginn an viel Zeit nahmen, mir die Hintergründe der Mandate zu erklären und mich aktiv einzubinden. Diese Offenheit und Hilfsbereitschaft haben meinen Einstieg enorm erleichtert.
Während der Anwaltsstation ergab sich die Möglichkeit, meine Wahlstation im Londoner Büro zu absolvieren. Angelehnt an das dortige Legal‑Trainee‑Programm durfte ich in drei Monaten drei verschiedene Teams durchlaufen: Corporate-M&A, Litigation und Finance. Ich unterstützte unter anderem bei einer Due Diligence, arbeitete an einem Pro‑Bono‑Mandat mit und nahm an zahlreichen internen Schulungen teil. Auch außerhalb der Arbeitszeit wurde ich herzlich integriert – gleich in meiner ersten Woche fand das Sommerfest statt, bei dem ich sofort Anschluss fand. Die angenehme Arbeitszeit ließ zudem genug Raum, London zu erkunden. Das Büro liegt mitten in Central London und ist damit der perfekte Ausgangspunkt. Besonders der Blick vom Primrose Hill wurde schnell zu meinem Lieblingsort, und die vielen Pubs, Cafés, Märkte und Vintage‑Shops boten eine willkommene Ablenkung während der Wartezeit auf die Ergebnisse des Zweiten Staatsexamens.
Die drei Monate vergingen wie im Flug, und zurück in Deutschland folgten Notenbekanntgabe, Vorbereitung auf die mündliche Prüfung – und schließlich mein Berufseinstieg Anfang Februar 2026 als Associate im Corporate‑M&A‑Team in München. Da ich hier bereits meine Anwaltsstation absolviert hatte, fühlte es sich ein wenig wie „nach Hause kommen“ an. Innerhalb kürzester Zeit wurde ich erneut als vollwertiges Teammitglied aufgenommen.
Auch heute erlebe ich täglich, wie sehr Kollegialität und Wissensaustausch hier gelebt werden. Die Türen stehen immer offen, und selbst in arbeitsintensiven Phasen nimmt sich jeder Zeit, Fragen zu beantworten und Zusammenhänge zu erklären.

Rückblickend war der Weg vom ersten Bewerbungsgespräch über die Stationen in München und London bis zum Berufseinstieg nicht nur fachlich prägend, sondern auch persönlich bereichernd. Ich bin dankbar, Teil dieses Teams zu sein und freue mich auf alles, was noch kommt.

Carina Sohn, seit 2020 Associate in der Complex Commercial Litigation Praxis in Frankfurt am Main, hat ihr Staatsexamen 2016 an der Humboldt-Universität in Berlin abgelegt und im Anschluss ein LL.M.-Studium an der Cornell University in den USA absolviert. Über ein Austauschprogramm der Humboldt Universität kam sie nach New York. „Das war mein Sechser im Lotto, dieses Stipendium bekommen zu haben.“ Was ihr außer dem Titel und Freunden aus aller Welt bleibt: Erinnerungen an den feierlichen Abschluss 2017, mit Talar und Hüten. „Die Amerikaner verstehen es, Erfolge zu feiern“, schwärmt sie. Und dann war da noch dieser bekannte Jurist, der die Abschlussrede gehalten hat: Joe Biden.
Warum Jura? Sie argumentiert gerne. Und sie zeichnet aus, was es spätestens für den Einstieg als Associate in der Großkanzlei dringend braucht: Selbstmotivation, um immer wieder auch schwierige, komplexe Sachverhalte im Detail zu durchdringen. Durchhaltevermögen, weil Recherchen, Schriftwechsel und Verfahren sich hinziehen können. Schließlich Teamfähigkeit, weil man sich auf die anderen verlassen können muss.
Eine Karriere in der Großkanzlei fand Carina bald attraktiver als die Tätigkeit als Richterin. Sie schlägt sich lieber klar auf eine Seite. Für Weil hat sie sich wegen des sympathischen Teams entschieden. Sie hatte den Vergleich. „Großkanzlei mit Boutique-Charakter“, das trifft es gut, ist Carina überzeugt.

Auch fachlich fühlt sie sich gut aufgehoben. Weil deckt Litigation, Restrukturierung, Corporate und Tax ab, wie alle Großkanzleien, doch Carina schätzt die weit gefächerten Mandate, darunter Banking, post M&A oder Compliance. Zig Herausforderungen gleich zum Einstieg.
In der Praxisgruppe Complex Commercial Litigation bearbeitet Carina alle komplexen Streitigkeiten, die Unternehmen untereinander austragen. Wollen wir klagen? Oder wenn wir verklagt werden, wie gehen wir ran? Es geht um enorme Streitwerte, oft noch mit einem Auslandsbezug: eine intellektuelle Herausforderung, sich tief einzugraben, um für die Mandanten das Beste herauszuholen. Besonders gerne recherchiert sie investigativ, etwa bei Wirtschaftskriminalität. Zuletzt hat sie hunderte Mails durchgearbeitet, da jemand seinen Arbeitgeber durch Überweisungen an Scheinfirmen um Millionen betrogen hatte. „Ein super Gefühl, wenn du dann die eine Mail findest, auf die es vor Gericht ankommt, die smoking gun.“
Als Ausgleich neben der Arbeit nutzt Carina unter anderem ein Sportangebot von Weil: das wöchentliche Lauftraining mit Lothar Leder. Eine Stunde Joggen, gemeinsam mit den Kolleg*innen. Mitten in Mainhattan.

